Stefan Bollani ist ein Hansdampf, ein Tausendsassa, ein Meister der Rampe, dessen musikalische Bandbreite nie hinlänglich zu beschreiben ist. Ein Pianist des Moments, gleichermaßen zuhause in der strengen Melancholie seines Entdeckers, des italienischen Trompeten-Denkmals Enrico Rava, wie im launigen Zusammenspiel mit der NDR Bigband oder in einem vollends klassischen Umfeld.

Am nächsten kommt er der überbordenden Fülle seiner Möglichkeiten im Solo-Konzert. Wenn er nur dem Fluss seiner musikalischen Ideen folgt und mit einer unumstößlichen Zwangsläufigkeit einer Assoziation zur nächsten folgt, wird schnell deutlich, dass für diesen Pianisten Grenzen nur einen Zweck haben: Sie stacheln dazu an, sie schnellstens zu überwinden.

 
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