Paolo Conte in der Elbphilharmonie

Auftraggeber:

Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft mbH

PM Dienstleistung:

Durchführung der Beschallung und Beleuchtung

Paolo Conte ist seit über 50 Jahren die musikalische Stimme Italiens und einer der letzten großen Liedermacher des Landes. Am 26.2.2017 trat er in der Elbphilharmonie wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag mit seiner grandiosen 12-köpfigen Band vor ausverkauftem Haus auf.

Conte, der eigentlich Rechtsanwalt ist, ist zwar ein Quereinsteiger im Musikgeschäft, aber dennoch das musikalische Aushängeschild seiner Heimat. Noch heute füllt der Norditaliener aus Piemont Konzerthallen über die Landesgrenzen hinweg. Obwohl er oft schlicht als Jazz-Musiker wahrgenommen wird, beweist Conte seit Jahrzehnten, dass er mehr als das ist. Nämlich ein “Cantautori”, zu Deutsch Liedermacher, der alle Musikstile zu interpretieren versteht: von Tango über Chanson bis hin zu italienischer Folklore. Der trotz seines Ruhms immer noch bescheiden wirkende Mann hatte zunächst gar keine Musikerkarriere geplant. Conte wuchs in einer Familie auf, die sehr wohl etwas für Musik übrig hatte, sie aber als Hobby und nicht als Berufung verstand. Wie sein Vater lernte Conte Klavier, aber auch Kazoo zu spielen, studierte wie jener Jura, wurde Rechtsanwalt und übernahm die väterliche Notarpraxis. Musik wurde zur Nebensache, wie von den Eltern gewünscht. Conte spielte in verschiedenen Jazz-Combos und auf Kreuzfahrtschiffen, trat aber nicht als Sänger auf. Stattdessen fing er in den 60er Jahren an, Lieder für die italienische Schlagerszene zu schreiben. Er komponierte unter anderem auch einen der wohl bekanntesten und beliebtesten Italo-Schlager “Azzurro”. Als Conte schon 37 war, konnte ihn der Musikproduzent Italo Greco schließlich überzeugen, selbst als Sänger mit seinen Stücken aufzutreten.

Auch heute noch zieht der Künstler mit der rauchigen, brüchigen Stimme Fans in die Konzertsäle. Mittlerweile sind seine Auftritte zwar selten, aber dennoch heiß begehrt. So auch das Konzert in der Elbphilharmonie: Die besten Karten kosteten zwar stolze 160€, trotzdem war es bereits lange im Voraus ausverkauft. Man kam hierbei auch ohne Kenntnisse der italienischen Sprache auf seine Kosten. Die teils melancholischen, schwermütigen Lieder, veredelt mit einer Prise Ironie und Klaviertönen, brachten allein durch ihren Klang schon alles rüber. So auch Conte selbst. Obwohl er an diesem Abend kein einziges Wort an sein Publikum richtete, sagte er doch so viel. Die Zuschauer verabschiedeten den Ausnahmekünstler am Ende seines Auftritts mit lautem Jubel und stehenden Ovationen.

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